News: So hart könnte Trumps neuer Schockzoll Volvo treffen.
Drohung oder Realität? Von 15 auf 25 Prozent über Nacht. Donald Trumps Ankündigung, die Zölle auf europäische Autos zu erhöhen, trifft die ohnehin schon angeschlagene Wirtschaft wie eine Bombe. Deutschland rechnet mit Verlusten von bis zu 30 Milliarden Euro. Experten warnen, dass der schwedische Automobilhersteller Volvo Cars zu den größten Verlierern zählt.
Am Freitag schlug die Nachricht wie ein Blitz aus heiterem Himmel auf der Plattform TruthSocial ein: US-Präsident Donald Trump beabsichtigt, die Zölle auf aus der EU importierte Pkw und Lkw ab nächster Woche auf 25 Prozent zu erhöhen. Trump begründet die drakonische Entscheidung damit, dass die EU „das vereinbarte Handelsabkommen nicht einhält“. Niemand weiß bisher, in welchen Punkten Brüssel seiner Meinung nach versagt hat.
Es ist noch unklar, ob es sich um eine Drohung oder Realität handelt. Es ist sicherlich nicht das erste Mal, dass Trump mit Zöllen droht, die möglicherweise nicht umgesetzt werden. Doch die Ankündigung löst in der europäischen Automobilindustrie Schockwellen aus. Ökonomen des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel haben den potenziellen Schaden bereits berechnet, und die Zahlen sind düster. Deutschland, dessen Wirtschaftsmotor die Automobilindustrie ist, steht vor einer gewaltigen Herausforderung. Laut aktualisierten Modellrechnungen des IfW werden die kurzfristigen Produktionsausfälle auf fast 15 Milliarden Euro geschätzt. Langfristig könnten die Schäden laut der Zeitung „Welt“ auf sage und schreibe 30 Milliarden Euro ansteigen.
Schweden wird als eine der Volkswirtschaften hervorgehoben, die erhebliche Verluste erleiden werden. Besonders im Fokus steht Volvo Cars, das bereits jetzt mit einer schwierigen Lage auf dem US-Markt zu kämpfen hat. Hampus Engellau, Automobilanalyst bei der Handelsbanken, warnt, dass das Unternehmen klarer Verlierer sein wird, sollte die Drohung Realität werden.
Obwohl Volvo ein Werk in Charleston, South Carolina, betreibt, wo der EX90 gefertigt wird, deckt die lokale Produktion nur einen Bruchteil des Absatzes ab. Volvo verkauft jährlich rund 120.000 bis 125.000 Fahrzeuge in den USA. Im ersten Quartal 2026 brachen Volvos US-Verkäufe nach dem Wegfall der Subventionen für Elektroautos um 32 Prozent ein. Laut dem Kieler Institut könnten die Zölle Schweden langfristig 4 Milliarden Euro kosten.
„Zusätzliche Zölle zu erheben, wird ziemlich unangenehm sein“, sagte Hampus Engellau gegenüber TT.
Die Slowakei, die sich zu einem wichtigen Automobilmarkt entwickelt hat, wird am härtesten getroffen werden. Da die Automobilproduktion einen so dominanten Teil der Wirtschaft des Landes ausmacht, wird kurzfristig mit einem Rückgang der realen Wertschöpfung um ganze 0,85 Prozent gerechnet. Schweden und Ungarn folgen auf der IfW-Liste der am stärksten betroffenen Länder.
Jens Südekum, Berater des deutschen Finanzministers Lars Klingbeil, meint, die EU solle abwarten, da Trump in der Vergangenheit impulsive Drohungen oft zurückgenommen habe. Die Europäische Kommission bereitet unterdessen eine Antwort vor. Ein Sprecher der Kommission erklärte, man behalte sich alle Optionen zum Schutz der EU-Interessen vor, falls die USA Maßnahmen ergreifen sollten, die bestehenden Handelsabkommen widersprechen. Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses des Europäischen Parlaments, formuliert es noch deutlicher: „Während die EU ihren Verpflichtungen nachkommt, bricht die US-Seite weiterhin ihre Versprechen.“


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