Volvo Ocean Race: Geballte Frauen-Power feiert ersten Sieg.

Team SCA lässt mit fast 48 Minuten Vorsprung alle Kritiker verstummen. (Bild:©Volvo Cars)
Das Volvo Ocean Race geht in die entscheidende Phase – und sieht vor dem großen Finale den ersten Sieg des Frauen-Teams SCA. Die Crew um Skipperin Sam Davies meisterte die schwierige achte Etappe von Lissabon ins französische Lorient mit Bravour und lässt mit einem Vorsprung von fast 48 Minuten alle Kritiker verstummen. Team Vestas Wind feierte nach sechsmonatiger Pause ein gelungenes Comeback und sicherte sich den zweiten Platz. Doch auch Abu Dhabi Ocean Racing als Dritter ist ein Gewinner: Das Team um Skipper Ian Walker ist kaum noch vom ersten Platz in der Gesamtwertung zu verdrängen und steuert dem ersten Sieg bei der 12. Auflage der härtesten Segelregatta der Welt entgegen.

Mit 647 Seemeilen (1.198 Kilometern) war die achte Etappe zwar das kürzeste, aber nicht unbedingt das einfachste Teilstück des diesjährigen Volvo Ocean Race. Von Lissabon führte die Route zunächst nordwärts an der portugiesischen Westküste entlang, wo traditionell eher träge Windbedingungen herrschen. Die Teams, die mit der Rückkehr von Vestas Wind nun wieder zu siebt sind, bewegten sich – im wahrsten Sinne des Wortes – auf Augenhöhe. „Windwärts segeln ist wie die Fahrt auf einer vielbefahrenen, zweispurigen Autobahn: Entweder reihst du dich hinter dem Vorausfahrenden ein oder du nutzt eine der wenigen Lücken und biegst auf die Überholspur“, beschreibt Matt Knighton, On-Board-Reporter von Abu Dhabi Ocean Racing, die Situation.

Doch es war die Ruhe vor dem Sturm: Zunächst mussten die Teams das berüchtigte Kap Finisterre passieren, eine Landzunge Spaniens mit hohem Schiffsverkehr und ganz eigenen meteorologischen Bedingungen. Dann wartete der Golf von Biskaya. Die Bucht des Atlantischen Ozeans, die sich von Galicien bis zur Bretagne entlang der Nordküste Spaniens und der Westküste Frankreichs erstreckt, ist für mindestens ebenso so schlechtes Wetter, starke Stürme und extremen Seegang bekannt. So wechselten sich diesmal ruhige Phasen inklusive Sonnenschein mit Windstärken von 40 Knoten und bis zu acht Meter hohen Wellen ab.

Für die Crews bedeutete das: extremer Schlafentzug. Nicht nur Team SCA musste beispielsweise um 3.34 Uhr mit versammelter Mannschaft an Deck antreten, die Mitglieder aller Teams mussten in tiefster Nacht auf die geänderten Windbedingungen reagieren – vor allem da selbst am dritten Tag auf See gerade mal 26 Meilen zwischen der erst- und siebtplatzierten Volvo Ocean 65 Yacht lagen. Ein falsches oder zu spätes Manöver konnte da über Sieg und Niederlage entscheiden. Das Team SCA hat mit seiner geballten Frauen-Power alles richtig gemacht und nach drei Tagen, 13 Stunden, elf Minuten und elf Sekunden als Erstes den Hafen von Lorient erreicht. Team Vestas Wind folgte rund 48 Minuten später vor Abu Dhabi Ocean Racing. Durch das Abschneiden der härtesten Konkurrenten – dem Team Brunel auf Platz fünf und dem Dongfeng Race Team auf Platz sieben, nachdem es auf der Etappe zuvor schon einen Strafpunkt kassiert hatte – ist die unter Flagge Abu Dhabis segelnde Crew eigentlich nicht mehr vom ersten Platz in der Gesamtwertung zu verdrängen.

Die neunte und letzte Etappe des Volvo Ocean Race 2014/2015
Das Hafenrennen am 14. Juni in Lorient läutet das spannende Finale des Volvo Ocean Race ein. Zwei Tage später starten die sieben Yachten auf die neunte und letzte Etappe ins schwedische Göteborg. Auf die Flotte warten schwierige Gezeiten, felsige Küstengebiete und von Menschenhand geschaffene Hindernisse wie Offshore-Windparks und hoher Schiffverkehr. Denn die 960 Seemeilen (1.778 Kilometer) lange Strecke führt durch den vielbefahrenen Ärmelkanal. Um gestärkt in den Endspurt gehen zu können, wird im niederländischen Den Haag ein 24-stündiger Zwischenstopp eingelegt, der zugleich ein zusätzliches Spannungsmoment ins Spiel bringt: Wenn die Teams am 20. Juni weiterfahren, können sich die Wind- und Wetterbedingungen nochmals verändert haben.

Bei der Ankunft in der Heimat des schwedischen Automobilherstellers Volvo, dem Namensgeber und Sponsor der härtesten Segelregatta der Welt ist, werden die Boote in neun Monaten 38.739 Seemeilen zurückgelegt und dabei elf Häfen in allen sieben Kontinenten angelaufen haben.

Die Ergebnisse der achten Etappe von Lissabon nach Lorient im Überblick:

Platzierung Team Zeit Punkte
1. Team SCA 3 T., 13:11:11 1
2. Team Vestas Wind 3 T., 13:59:38 2
3. Abu Dhabi Ocean Racing 3 T., 14:05:17 3
4. MAPFRE 3 T., 14:09:51 4
5. Team Brunel 3 T. ;14:18:17 5
6. Team Alvimedica 3 T., 14:22:11 6
7. Dongfeng Race Team 3 T., 14:37:46 7

Die aktuelle Gesamtwertung:

Platzierung Team Punkte
1. Abu Dhabi Ocean Racing 19
2. Team Brunel 27
3. Dongfeng Race Team 29
4. MAPFRE 31
5. Team Alvimedica  33
6. Team SCA 44
7. Team Vestas Wind 54

Die Punktevergabe
Für die Platzierung der Teams sind die Hochsee-Etappen entscheidend. Erstmals wird beim Volvo Ocean Race das Low-Point-System angewendet, das heißt, dass der Sieger einen Punkt erhält, der Zweitplatzierte zwei Punkte usw. Dies gilt ebenso für die In-Port-Rennen, allerdings werden die Ergebnisse gesondert gewertet und nur bei Punktgleichstand für die Platzierung herangezogen. Somit wird das Team am Ende Sieger, welches die wenigsten Punkte erzielt hat.

Das Volvo Ocean Race 2014/2015
Nach der ersten Hochsee-Etappe von Alicante ins südafrikanische Kapstadt führte die Jubiläumsausgabe des Volvo Ocean Race nach Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten und ins chinesische Sanya. Zum Jahreswechsel wurde Auckland in Neuseeland angesteuert, bevor die Route der sieben Teams über Itajaí in Brasilien, Newport in den USA, Lissabon in Portugal und Lorient in Frankreich führte. Göteborg – der Heimat des schwedischen Automobilherstellers Volvo – ist dann der finale Hafen. Unter den sieben startenden Teams befindet sich mit SCA erstmals eine reine Frauencrew.

Weitere Informationen zur Punktevergabe und zum Volvo Ocean Race selbst finden sich online unter: www.volvooceanrace.com.

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Milan Tomic

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